Kennen Sie das auch, man kommt zum ersten Male in eine Gegend und fühlt sich sofort wie zu Hause? Oder, obwohl man schon x-mal dort war, schon seit Jahrzehnten Ziele in dieser Region ansteuert, wird es einem trotzdem nicht langweilig? So ist es mir mit Südtirol ergangen. 

Zunächst einmal waren es die Superstars unter den Kletterbergen, die Dolomiten, die ich kennen und lieben lernte. Doch dann begann mein Herz zusehends auch für die Trabanten und deren Täler zu schlagen: Pfunderer Berge, Sarntaler Alpen, Pfitschtal, Ahrntal und wie sie alle heißen. Nahezu pure Natur, zumindest abseits der gängigen Touristenströme.

Nicht zu vergessen die Menschen mit ihrer Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit. Die Südtiroler und ihre Berge - das ist wie Rotwein mit Speck ...

   

Halt, Einspruch, etwas an Glanz und Glorie muss ich kratzen! Denn es kann bei Südtiroler Rotwein schon passieren, dass man für teures Geld ein Chemieprodukt ersteht, ein synthetisches Gesöff, welches mit Wein höchstens die Farbe und die Form der Flasche gemein hat. 

Auch bei manchen Specksorten vermisse ich nur noch den Hinweis "Made bei BASF", ansonsten kann man sicher sein, auf einem reinen Fabrikprodukt herumzukauen und lediglich irgend welche Geschmacksverstärker geben einem die Illusion, ein natürliches Stück vom Schwein zu verzehren. Heiliger Trenker!

Warum diese Gehässigkeiten? Nun, wie auch nahezu alle anderen Regionen in der Welt ist Südtirol nicht frei von Fehlern und diese obligatorischen Auswüchse des Tourismus hinterlassen bei Menschen und sonstigen Dingen ihre Bremsspuren. An und für sich steht es mir als Tourist, der ich ja letztendlich ebenfalls bin, überhaupt nicht an, darüber zu richten. Aber ich bin halt mit Leib und Seele dabei und mit dem Herzen vor Ort, da tut es einfach weh, diese Erosionsspuren von Konsum und Wohlstand hinzunehmen. Heiliger Trenker, verzeih' mir!

Dafür lobe und huldige ich auch. Ernsthaft. Ich huldige all diesen unendlichen vielen Naturschönheiten, die es zum Glück immer noch gibt. Ich lobe die Herzlichkeit der Einheimischen, sofern sie nicht gerade zum Broterwerb im Sportartikel-, Holzschnitzerei- und Andenkengeschäft stehen. Und ich wiederhole meine Worte von oben: Wohlfühlen, gerne wiederkommen, sich nicht satt sehen und genießen - das ist und bleibt Südtirol.

 

 

       
 

 
 

 
 

 
 

 

              

               

 

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