Rialtobrücke

Venedig

 

 

 

 

Venedig ist wie das Leben. Mal ernst, mal heiter, traurig, stinkend und liebenswert zugleich. Es ist, mit einem Wort: wunderschön.

 

 

 

 

 

Gondeln im Canal Grande

Schon die Alten nannten ihre Stadt voller Stolz La Serenissima, die Durchlauchtigste. Tatsächlich ist Venedig eines der weltweit wohl wundersamsten Stadtgefüge. Inmitten einer Lagune eine Siedlung zu gründen und diese auch noch zu einem architektonischen Juwel auszubauen, wo sonst auf der Welt wurde so etwas je verwirklicht?

Nächtliche Palazzi am Canal Grande 

Die an der nordwestlichen Adriaküste ins Mittelmeer mündenden Flüsse brachten aus den Bergen große Mengen an Sand und Geröll mit. Dieser Abraum lagerte sich in Küstennähe ab und bildete das flache Lagunenmeer. Die Lagune wurde von den Menschen stark verändert, unter anderem hat man vom 14. Jahrhundert an die größten der einmündenden Flüsse umgeleitet, um ein weiteres versanden zu verhindern. In diesen sumpfigen Boden hinein wurde Venedig auf Millionen von Pfählen gebaut. Allein für die Kirche Santa Maria della Salute wurde eine Pfahlgründung von etwa 1 Million Stämmen gesetzt.

Santa Maria della Salute

Immer häufiger wird die Stadt vom Hochwasser heimgesucht. Dieses hat verschiedene Ursachen, einerseits sind es - wie so oft - Eingriffe des Menschen, welche die Natur in Unordnung bringen, auf der anderen Seite ist besonders die Adria empfindlich für Gezeiten und somit auch für Fluten. Trotz dieser deutlich gestiegenen Hochwasser hat Venedig bis heute überdauert. Es bleibt aber die Frage, ob die Lagunenstadt auf Dauer überlebt?

Fondamenta Záttere am Canale della Giudecca

So richtig begonnen hat es mit Venedig im Jahre 828, als zwei Kaufleute aus Torcello die Gebeine des heiligen Markus raubten und sie nach Venedig brachten. Der Evangelist wurde Schutzheiliger der Stadt; der Löwe, Symbol des neuen Schutzheiligen, wurde zum Sinnbild des noch jungen Staates.

Marcuslöwe

Unter der klugen Führung verschiedener Dogen gelang es der Serenissima, ihren Machtbereich im Mittelalter bis nach Konstantinopel auszudehnen, und ein Großteil der vorwiegend durch Handel angehäuften Reichtümer wurde in Kunst und Architektur angelegt. Allein die Pracht von San Marco bezeugt die Vormachtstellung, die Venedig zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert innehatte und der erst Napoleon 1797 ein Ende bereitete.

Canale di Cannaregio und Ponte dei tre Archi

Heute hat die Stadt eine neue Rolle für sich gefunden. Ihre Paläste beherbergen Museen, Hotels und Geschäfte, die Kirchen sind Zentren der Kunst (und Restaurierung) geworden. Trotzdem gewinnt man als Besucher den Eindruck, dass sich in all den Jahren wenig verändert hat. Die Geräuschkulisse ist vielleicht eine andere: Zig Millionen Touristen lassen nicht nur ihr Geld und ihren Abfall zurück, sondern erzeugen auch ein multinationales Sprachengewirr. Untermalt wird dieser "Sound der Nationen" durch das Tuckern eines der vielen Motorboote und auch die sangesfreudigen Gondolieri sorgen dafür, dass die an und für sich umweltfreundlichen Gondeln nicht ganz so still durch die Kanäle ziehen.

Gondeln

Die in sechs Verwaltungsbezirke oder Sestieri unterteilte Stadt lernt man am besten auf einer Fahrt durch den Canal Grande kennen, der sicherlich imposantesten und schönsten Hauptstraße der Welt. Die Paläste, die mit ihren teils schon verblichenen Fassaden den Kanal säumen, stammen aus fünf Jahrhunderten. Der Canal Grande endet an der grandiosen Piazza San Marco mit den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten: Basilika und Dogenpalast, Campanile und Museo Correr. Neben Kulturhistorie wird dort natürlich auch Unterhaltsames geboten, wie das Café Florian oder eine ganze Reihe von Nobelläden - vorausgesetzt man hat den entsprechenden Geldbeutel dabei.

Canal Grande im Winter

Beiderseits des Canal Grande befinden sich all die prächtigen Sestieri wie San Polo oder Dorsoduro. An dieser Stelle all die Glanzlichter aufzuzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Man muss dieses Venedig schlichtweg vor Ort erleben und erkunden, sich mitten in das tägliche Leben begeben. Dann letztendlich erliegt wohl jeder Besucher dem Charme dieser unvergleichlichen Stadt.