Riksdagshuset, das Parlamentsgebaeude Viele gegensätzliche Eindrücke gewinnt der Reisende in Stockholm, vor allem dann, wenn er schon etwas in der Welt herumgekommen ist. Genauer gesagt, wenn er Europa kennt. Ich stelle mir vor, wie das wäre, wenn man mit verbundenen Augen in diese Stadt verbracht und dort nichtsahnend ausgesetzt wird. Je nachdem, wo man gerade das Tageslicht wieder erblickt, könnte man sich in Amsterdam wähnen, oder aber in Zürich, vielleicht doch in Prag?

An den Skeppsbrokayen mit Blick auf das Grand Hotel Da sind die Wasserwege und Kanäle, so etwas kennt man doch aus anderen Städten. Es gibt Häuser mit barocken Fassaden - auch schon mal gesehen, nur die Sprache, die klingt so ganz anders, weder südländisch, auch nicht nach dem Osten. Ganz eigen halt, trotz all der vermeintlichen Wiedererkennungen und Déjà-vu's.

Der Rosengarten mit seinen Marmorputten Erklärungen zur wechselvollen Geschichte der Stadt spare ich mir an dieser Stelle, das würde diesen Rahmen sprengen, außerdem gibt es da genügend Literatur zum Nachlesen. Nur soviel, wahrscheinlich wurde die Stadt um 1250 gegründet, zunächst prägte die Wasa-Zeit Stockholm, unter Gustav II. Adolf entwickelte sich die Stadt langsam zum Zentrum des Landes, woran sich bis heute nichts mehr ändern sollte.
Innenhof des Hallwylska Palatset

Wer noch in der Vorstellung lebt, Stockholm sei eine etwas entlegene und deshalb provinzielle Stadt mit einer deutschen Königin, sieht die Dinge doch etwas eng. Stockholm ist modern, bekannt als Messe- und Kongresszentrum, besonders aber verkannt als schlichtweg schöne Stadt. An diesem Punkt muss doch noch einmal die lange Geschichte bemüht werden, haben doch 750 Jahre in der Architektur und Kunst ihre nachhaltigen Spuren hinterlassen.

 

 

 

 

 

 

   
Blick auf Gamla Stan Die Altstadt Gamla Stan mit ihren romantischen Straßen ist - neben den unzähligen Museen - das Highlight schlechthin. Es handelt sich hierbei um die größte Insel der Stockholmer Altstadt. Die Paradesicht auf dieses Viertel genießt man von der Insel Skeppsholmen mit dem Blick auf die Häuserzeile entlang des Skeppsbrokajen und das königliche Schloß.

Koenigliches Schloss Dabei steht das königliche Schloss in der Rangliste der Sehenswürdigkeiten nicht einmal ganz oben. Sicher, es ist ein riesiger Klotz und macht die historische Bedeutung des Königshauses deutlich, aber die wahren Schönheiten finden sich - wenn man einmal von dem prunkvollen Innenleben absieht - in den angrenzenden Straßen und Gassen.

Gamla Stan Geschäftige Straßen mit Souvenirläden und Antiquitätengeschäften wechseln auf Gamla Stan mit ruhigen, romantischen Gegenden. Die typischen Hausfassaden des 18. Jahrhunderts prägen diesen Stadtteil. Was kann entspannender sein, als an einem stillen Platz unter schattigen Bäumen seinen Kaffe zu trinken und den flanierenden Passanten nachzusehen.

Haeuserzeile an der Stroemgatan So wie Gamla Stan von Wasser umgeben ist, grenzen auch etliche andere Viertel an Kanäle. Stockholm ist die Stadt auf (oder an) dem Wasser. Wenn man sich in den Büro- und Einkaufsstraßen bewegt, könnte das in jeder anderen x-beliebigen Stadt sein. Das einzigartige Stockholms wird aber dann immer wieder durch Blicke auf das Wasser deutlich. Bootsverkehr, Angler und Wasserspiegelungen sorgen für ein eigenes Flair. 
Sonntagsstimmung im Berzelii-Park Und noch etwas schafft das Besondere dieser Stadt: die angenehmen Plätze und Parks, welche gerade in der warmen Jahreszeit von Einwohnern und Besuchern gleichermaßen bevölkert werden. Belebt ist vielleicht sogar das bessere Wort für das Treiben in den Grünanlagen, wobei die Betonung auf Leben liegt. Open-air-Musik zum Nulltarif, ein cooler Drink, Flirts zwischen allen Altersgruppen, das ist relaxte Freizeitgestaltung auf schwedisch.

Dreimaster "af Chapman" Stockholm ist auch eine Stadt der Museen. Viele Paläste und historische Gebäude wurden nach und nach zu Ausstellungsräumlichkeiten umfunktioniert und der Besucher könnte alleine eine Woche mit Museumsbesuchen zubringen - und hätte immer noch nicht alles gesehen. Manche Gegenden der Stadt sind für sich selbst schon Museen, neben dem bereits erwähnten Gamla Stand seien an dieser Stelle die Inseln/Halbinseln Blasieholmen und Skeppsholmen genannt. Skulpturengärten, historische Schiffe und Hafenanlagen sowie geschichtsträchtige Gebäudereihen reihen sich aneinander. Ein Bummel entlang der Kajs verschafft dann noch die endgültige Gewissheit, dass man sich ja schließlich an der Ostsee befindet.

Die Häuser der Roten Reihe Von Skeppsholmen ist es nur noch ein Katzensprung auf eine weitere Insel, Djurgarden nämlich. Früher königliches Jagdrevier, hat es sich heute zu einem überdimensionalen Stadtpark und Naherholungsgebiet gewandelt. Um 1900 wurde auf Djurgarden das Freilichtmuseum Skansen gegründet. Skansen zeigt auf angenehme und natürliche Weise, wie das bäuerliche und industrielle Leben vor mehr als 100 Jahren ausgesehen hat. Die Holzhäuser und Handwerksbetriebe sind bewirtschaftet, somit ist Skansen eine kleine vergangene, aber dennoch lebendige Welt.

 

 

 

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